Das Lob der anderen

Bei aller Bescheidenheit: Hier finden Sie aktuelle Presse– und Kundenstimmen, Worte von Freunden über Jürgen Franzky und seine Werke…

 

Herr der Ringe: Vor 30 Jahren eröffnete Jürgen Franzky sein Schmuckatelier in Bonn. Eine Ausstellung erinnert daran. Das ungewöhnlich große Oval eines tiefroten, pink changierenden Rubins thront auf einer apart dekorierten Sänfte aus Feingold und Silber. Mit jeweils zwei silbernen Säulenstützen und einer rundlichen Silberspange mutiert das Prachtobjekt zum Unikat eines Traumfingerringes. Mit einer limitierten Auflage dieser Nobelringversion zelebriert Silberschmiedmeister Jürgen Franzky das dreißigjährige Bestehen seines … (weiterlesen)

— Artikel von Christina zu Mecklenburg, erschienen im General–Anzeiger Bonn, Feuilleton am 5.12.2013.

 

Ergebnisse einer Schatzsuche: Franzky stellt Schmuckentwürfe aus. Schatzsuchen nach seltenen Edelsteintrophäen, geschwärztes Silber, Feingold, aufgelöste Geometriemuster, verfremdete orientalische Ornamente, Chiffrenfantasien: Das sind in etwa die Grundpfeiler, auf denen die persönliche Note der Schmuckentwürfe von Jürgen Franzky ruht. Jüngste Entwürfe sind jetzt zu besichtigen. ImGrunde, bekennt der auch als Bildhauer und Grafiker aktive Designer, verkörpere seine Geschmeidekollektion nur eine geeignete Möglichkeit, seinem künstlerischen Spiritus freien Lauf zu lassen. Und so lenkt die aktuelle Ausstellung den Blick auf formalästhetisch durchdachte Kompositionen mit experimentellem … (weiterlesen)

— Artikel von Christina zu Mecklenburg, erschienen im General–Anzeiger Bonn, Feuilleton am 14.12.2011.

 

“Stetig wächst die Anerkennung des Künstlers Jürgen Franzky…” — Auszüge aus der Rede von Professor Münch anlässlich des 25–jährigen Jubiläums und zur Ausstellungseröffnung in der Kapuzinerstraße in Bonn am 15. November 2008:
“… an diesen Schlusssatz meines Katalogbeitrags 1997 darf ich anschließen. Denn: Anerkennung führt uns hier zusammen in dieses ‘Schatzgehäuse’: Die 3. Station nach 20 Jahren in der Vorgebirgsstraße, 4 1/2 Jahren in der Brüdergasse und nun seit einem halben Jahr hier unter den Arkaden in der Kapuzinerstraße. Übrigens hier — gestatten Sie einen Einschub — konnte man eine eigenartige Konstellation fur eine Goldschmiedwerkstatt ausmachen: ‘Brüdergasse’ und ‘Kapuzinerstraße’ lassen eher an Schmucklosigkeit denken. Das trifft sicher zu für die strengen Ordensmänner — die aber zu ihren festlich–feierlichen Zeremonien den Goldschmied für kostbares Altar–Gerät und Gefäß brauchten… Und drüber das Theater! Viele Rollen definieren sich auch durch schmückende Zeichen, Ketten, Agraffen, Reifen, Ringe, Diademe, Kronen… Begann es in der Vorgebirgsstraße mit gerade mal 30 Schmuckstücken — so die Erinnerung von JF — so ist heute wohl kaum noch zu überschauen, was in den sensiblen Händen und unter den kritischen Augen des Künstlers entstanden ist auf dem Weg bis hierhin. — Ja, auf dem Weg!

Wir alle, die Jürgen aufmerksam und stets erwartungsvoll begleiten durften, waren immer wieder überrascht von neuen Entdeckungen. Da ist einer, der forschend, suchend und konsequent zu neuen künstlerischen Manifestationen auf seinem Weg gelangt. So lebenswürdig und zugewandt im Umgang — so ernst und nachhaltig in seinem Tun als Künstler.

Tun. Was heißt das konkret? Es ist nur selten möglich, einem Künstler über die Schulter zu schauen — oder sogar, seine inneren Entscheidungen aufzuschließen — sie sind ihm selbst nicht immer bewusst. Die letztlich sichtbare Erscheinung eines Kunstwerkes verhüllt auch. Bei JF ist dies so: Der Werkprozess fließt ein in die Formerscheinung. Man erkennt das Fließen im Schmelzvorgang, man folgt den eingravierten Spuren eines Stichels. Unter Weglassen wirkungssteigernder Fassungen — in betonter Sparsamkeit also — sprechen die sorgfältig gewählten Steine aus sich heraus. Handwerkliche Vorgänge und Materialcharakter wirken zusammen auf je eigene Weise. So entstehen Unikate. Einmaligkeit ist eine besondere Qualität in der Schmuckkunst. Serien entstehen so nicht! Innerer Reichtum muss vorhanden sein, aus dem sich solche Kreativität speist.

Wenn zu Anfang die Vorstellung eines Weges und seiner Stationen bildhaft angedeutet wurden, so darf dazu ergänzt werden: Es gibt keine Sprünge, keine Brüche und Schwenks — keine Schwankungen. Folgerichtig ist der Stil JFs entwickelt und wird bei aller Entfaltung durchgängig erkennbar beibehalten. Dabei wird immer deutlicher, was sich wie Schmuckstücke darstellt, birgt in sich Anlagen zur Ausweitung solcher Dimension. Jürgens Schmuckstücke waren von Anfang an aus dieser Bindung herauslösbar zu selbständig existierenden Kunstobjekten. Deren wirkungsvolle Präsentation auf dunklem Schiefer lassen den Zwang zum Anheften auf Textilien und Tragen auf der Haut durchaus vergessen: War dann der Schritt zum Wandrelief noch groß? Die miniaturhafte Form erweist sich als stark genug in der Umsetzung und im Materialwechsel. Tastende Schritte sind bereits gegangen. Bei der im Entstehen begriffenen raumhohen Pyramide lässt sich schon erahnen, wie sie gedacht ist. War sie aber nicht schon längst ,mit–gedacht’? Kleine, oft in Gold eingefügte Pyramiden–Dreiecke sind wie eine Leitform durch die Jahre in Jürgens Schmuck–Stücken auszumachen. Und, Pyramide verweist auf frühe Kulturschichten, deren Formen und Zeichen man immer wieder in JFs Schmuckkunst zu entdecken glaubt.

In intuitiver, spontaner Reaktion oder in wiederholter intensiver Betrachtung — schließlich auch im Gespräch mit JF — sucht man sich das Faszinierende seiner Schöpfungen zu erschließen — und  doch bleibt Unerklärbares, Rätselhaftes. Mir selbst will es tieferen Schichten zugehören, als Weisheit und Erkenntnis noch nicht über Schrift sondern über Bilder — ähnlich den Märchen — weitergereicht wurden. Aus solchen Tiefen scheinen bruchstückhafte Erinnerungen an Oberflächen aufzutauchen und sich neu zusammenzufinden. Dabei bringen sich die in das Gefüge der Oberflächen solitär eingesetzten Steine ein als Kristallisationen eines Geheimnisses.

Mit seinem Schmuck definiert sich der Mensch. Über seinen Schmuck können wir ein tieferes Verstehen des Gegenüber suchen — auch Unverständliches empfinden. Schmuck wählen und anlegen ist Teilhabe an der Kunst. Schmuck wählen zum Geschenk ist selbst schon wieder eine eigene Kunst. Vergessen wir nicht wahrzunehmen, wir sind in einer Werkstatt. Hier entstehen die zauberhaften Dinge. Das macht die besondere Atmosphäre dieses Raumes aus und, mir besonders wichtig, lässt mit dem stetig arbeitenden Künstler einen unmittelbaren Kontakt finden.

JF. — Mit den Jahren ist Dir Deine Geli zu einer verlässlichen Hilfe in der Werkstatt geworden. Das darf heute nicht unterschlagen werden. Sie weiß auf Deine künstlerischen Impulse einzugehen und bringt sich, ganz wörtlich zu verstehen, mit Fingerspitzengefühl in besonders diffizile Fertigungsabläufe ein.

JF. — Nach 25 Jahren dürfen wir Dich immer noch erleben, wie Du unter hohem Anspruch an Dich selbst unbeirrt einen inneren Weg gehst als folgtest Du einem Leitstem. Ich — wir wünschen Dir, daß sich Dir — daß sich Euch! — dieser Stern nicht verdunkelt und noch lange über diesem Weg steht.”

Professor Münch, Gruß 15.11.2008

 

15 Jahre Franzky Schmuck: Konzentration auf die Gestaltung des Details, der Wirkung des Materials Spielraum geben und in erster Linie, eigene Ideen zu verwirklichen, darum geht es dem Goldschmied Franzky. Und Silber in nicht poliertem Zustand zu schwärzen, mit ausgesuchten Auflagen und stilistisch ausgefeilten Gravuren zu versehen, das reizt ihn. Bei oft tagelanger Arbeit in einem Atelier entstehen ausschließlich Unikate: Broschen, Armreifen, Ringe, Ohrgehänge und Colliers, alle geschmackvoll, exquisit.

Fernab von jeglichem Luxus wirken sie mit einem Hauch antiker Patina, manchmal mit einer Spur von Art déco oder jugendstilartiger Floralornamentik — stets dezent, zeitlos, fast klassisch. Zusammengefügt nun hat sie der Meister zu einer bemerkenswerten Kollektion anläßlich des 15jährigen Bestehens der Schmuckgalerie Franzky.

Schon in jungen Jahren fertigte der 1948 in Freiberg geborene Sachse mit Begeisterung Schmuckstücke an. Mit seiner “Legierung” von Schlichtheit und künstlerischem Raffinement stößt Franzky rasch auf deutliche Resonanz. Seine Aufmerksamkeit richtet der studierte Gemnologe zusehens darauf, haptisch und optisch lebendige Oberflächen zu gestalten.

Wohl wissend um das Geheimnisvolle von Steinen, setzt Franzky seine bunten Akzente eher beiläufig. Wichtiger erscheint ihm seine Filigran-Arbeit, mit der eigenen Hand eingeritzte Chiffren, Symbolandeutungen, oder die Plazierung ziselierter Miniaturen aus Feingold. Ein differenzierter Schmelzprozeß verbindet die aufgelegten Teile, verleiht jedem Kleinod eine reliefartige Struktur.

— Artikel von Christina zu Mecklenburg, erschienen im General–Anzeiger Bonn, Feuilleton am 4.12.1998